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Warum „Putzerfische“ eine kleine Lüge sind

In der Sprache mancher Verkäufer in Zoogeschäften, gehören viele am Boden lebende Fische zu den „Putzerfischen“ und sind unverzichtbar, um dein Aquarium sauber zu halten. Was hat es damit auf sich und stimmt die Bezeichnung überhaupt?

Ok, die Überschrift verrät es schon. Die Bezeichnung „Putzerfische“ ist meiner Ansicht nach eine kleine Lüge oder zumindest eine Irreführung unerfahrener Aquarianer. Vielleicht auch ein etwas fauler Verkaufstrick. Erfahre in diesem Artikel, was es mit diesem Mythos auf sich hat.

Welche Fische sind mit „Putzerfische“ gemeint?

Als „Putzerfische“ werden meist Welse bezeichnet, zum Beispiel Panzerwelse oder blaue Antennenwelse. Sie leben am Boden des Aquariums, saugen gerne an Steinen, Wurzeln, Pflanzen und manchmal auch an den Aquariumscheiben.

Es sieht in der Tat so aus, als ob diese Tiere den ganzen Tag emsig das Aquarium reinigen würden. Aber das stimmt nicht. Ich beginne einmal mit der Überlegung "Was ist eigentlich Schmutz im Aquarium, den so ein „Putzerfisch“ doch bitte für mich wegputzen soll"? Da wären auf meiner Liste: Algen auf Scheiben und anderen Oberflächen, Ausscheidungen von Fischen und anderen Tieren, die unschön am Boden liegen, abgestorbene Pflanzenteile usw.

Putzen die „Putzerfische“ das wirklich weg?

Die Wahrheit über „Putzerfische“

In der Praxis fressen „Putzerfische“ genau diesen Schmutz nicht oder nur sehr eingeschränkt weg. Die Hoffnung nach einem netten, kleinen Putztrupp im Aquarium, der dem Aquarianer alle Arbeit abnimmt, ist ein Wunsch, der nicht ganz in Erfüllung geht.

Warum sollten Fische auch freiwillig die Ausscheidungen von anderen Fischen fressen? Algen werden in gewissen Maß schon gefressen, aber auch hier sind die „Putzerfische“ eher wählerisch. Manche Algenarten werden gerne gefressen, andere gar nicht. Also kein verlässlicher Algenentferner. Wenn es Algen im Aquarium gibt, wirst du trotz „Putzerfische“ ab und zu Hand anlegen müssen. Oder noch besser: Die Ursache für die Algenplage finden und beseitigen (mehr dazu in meinem eBook)

Es gibt ja viel bessere Nahrungsquellen für „Putzerfische“ im Aquarium. Zum Beispiel die Pflanzen. Ja, wenn die Fische Pflanzenreste fressen sollen, warum eigentlich nicht gleich die frischen Pflanzen? So denken auch manche „Putzerfische“ und machen sich über bestimmte Pflanzenarten her. Viel lieber, als über den ungeliebten Algenteppich.

Nützliche Aquariumbewohner

Es ist aber auch nicht alles schlecht. In der Tat gibt es schon einige Aquariumtiere, die nicht nur interessant zu beobachten sind, sondern dir als Aquarianer etwas helfen.

So ist das die richtige Sichtweise. Du brauchst dir diese Tiere nicht - wie es manchmal suggeriert wird - unbedingt kaufen, um keine oder weniger Arbeit mit dem Putzen des Aquariums zu haben. Da wirst du sicher enttäuscht und deswegen finde ich die Bezeichnung „Putzerfische“ nicht richtig.

Wenn sie dir aber als normale Aquarium Fische gut gefallen, dann haben manche Tiere einen kleinen Zusatznutzen. Das sind natürlich diese „Putzerfische“, aber auch einige Garnelenarten sind fleißige Helfer im Aquarium.

Dieses emsige „Putz“verhalten und Wuseln ist sehr interessant zu beobachten und so betrachtet machen diese kleinen Helferlein auch wirklich Freude.

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