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Eine Kombination aus Aquarium und Terrarium - Ideen und Möglichkeiten

Immer wieder taucht in der Fachliteratur oder auch in diversen Forendiskussionen im Internet das Wort Aquaterrarium auf. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint? Fest steht, dass es sich dabei um eine Kombination aus Aquarium und Terrarium handeln muss. Doch greift diese Aussage weit genug? Nein, denn es gibt nicht das eine Aquaterrarium. Vielmehr kann zwischen ganz verschiedenen Unterarten unterschieden werden, die alle ihre ganz eigenen Besonderheiten mitbringen und sich für ganz unterschiedliche Bewohner eignen.

Aquaterrarien und Feuchtterrarien

Ein Aquaterrarium bildet, wie der Name bereits vermuten lässt, einen fließenden Übergang vom Land zum Wasser und das Feuchtterrarium zeichnet sich durch seine feuchten Lebensbedingungen aus. Wobei der Wasseranteil bei einem Aquaterrarium, so die verbreitete Meinung, in der Regel mindestens die Hälfte des Gesamtanteils ausmacht. Es kann aber auch dann schon von einem Aquaterrarium gesprochen werden, wenn jemand ein Aquarium mit einer großen Mangrovenwurzel ausstattet, welche über den Wasserstand hinausragt, das Becken offen oben ist und ein dichter Pflanzenbewuchs angestrebt wird. Andere Arten, welche lediglich über eine hohe Luftfeuchtigkeit verfügen, werden als Feuchtterrarien bezeichnet. Aquaterrarium und Feuchtterrarium sind jedoch stets als Überbegriff zu sehen. Es kann zwischen dem Paludarium, also einer Sumpflandschaft, dem Rivarium, einem Terrarium mit Bachlauf, dem Waldterrarium, dem Regenwaldterrarium sowie dem Riparium, einem Uferterrarium unterschieden werden.

Das Paludarium – eine Sumpflandschaft im eigenen Wohnzimmer

Das Paludarium wird auch als Sumpfterrarium bezeichnet und ist eine Kombination aus Wasser und Land innerhalb eines Terrariums. Neben einem Wasser- und einem Substratanteil gibt es zudem einen starken Pflanzenbewuchs. In der Natur gibt es unzählige verschiedene Sumpfarten und entsprechend gleicht auch kein Paludarium dem anderen. Je nach Tierart sind sie her karg oder eben üppig bewachsen.

Sowohl exotische Tierarten als auch solche, die in Sümpfen oder an Uferlandschaften heimisch sind, eignen sich das Paludarium gut. So zum Beispiel Unken, Axolotl oder auch Molche. Ist das Sumpfterrarium auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt, fühlen sich darin jedoch auch Agame oder Schildkröten wohl. Wichtig ist, dass Größe und Einrichtung stets auf die tierischen Bewohner ausgerichtet sein müssen. Der Wasserstand ist beim Paludarium immer ein heikles Thema, denn für manche Tiere kann er zu hoch sein, sodass die Gefahr des Ertrinkens besteht. Eine Ausstiegsmöglichkeit, welche bis auf den Grund des Wassers reicht, ermöglicht es den Tieren, das Wasserbecken unbeschadet zu verlassen. Hierzu können beispielsweise Äste verwendet werden. Dennoch sollte der Wasserstand ebenfalls an die Tiere, welche das Sumpfterrarium bewohnen, angepasst sein.

Pflanzen, welche eine hohe Luftfeuchtigkeit vertragen, fühlen sich im Paludarium besonders wohl. So zum Beispiel Farne, Bambus, Bromelien oder Schilf. Auch tropische Orchideenarten gedeihen im Paludarium mitunter prächtig. Der Bodengrund wiederum kann aus Kies, Humus oder Torf beziehungsweise einer Mischung dieser drei Materialien bestehen.

Das Waldterrarium – ein halbfeuchter Lebensraum

Bei diesem Terrarium-Typ werden halbtrockene beziehungsweise halbfeuchte Waldlandschaften nachgebildet. Die Werte in Bezug auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind etwa in der Mitte zwischen einem Trockenterrarium und einem Regenwaldterrarium anzusiedeln. Deshalb wird es auch als Halbtrocken-beziehungsweise Halbfeucht-Terrarium bezeichnet. Rücken und Seitenwände können auch hier üppig bepflanzt sein. Verschiedene Reptilienarten fühlen sich im Waldterrarium wohl.

Als Bodenbelag für das Waldterrarium eignet sich Rindenmulch besonders gut, da er die Feuchtigkeit optimal speichert. Äste und Wurzeln ermöglichen es den Bewohnern nach Lust und Laune im Waldterrarium herum zu klettern. Kokosnussschalen oder Korkröhren können Rückzugspunkte sein. Grünpflanzen sorgen für die gewünschte Waldoptik, auf Blütenpflanzen sollte hingegen verzichtet werden. Natürlich müssen die Pflanzen so ausgewählt sein, dass sie für die Bewohner des Waldterrariums unbedenklich sind. Gleiches gilt für die Beleuchtung, welche ebenfalls auf die individuellen Bedürfnisse des Tieres abgestimmt werden muss. Die Pflanzen des Waldterrariums hingegen freuen sich über eine fotosynthesefördernde Beleuchtung. Ein Luftbefeuchter oder ein Vernebler sind in einem halbfeuchten Terrarium ebenfalls unerlässlich.

Das Regenwaldterrarium – feucht-tropische Bedingungen

Regenwaldterrarien, auch als Tropenterrarium bezeichnet, sind besonders pflegeintensiv, jedoch auch ein echter Blickfang und sie üben nicht nur auf ihren Besitzer eine gewisse Faszination aus. Sowohl Reptilien als auch Amphibien fühlen sich im Regenwaldterrarium heimisch. Ein feuchtwarmes Klima ist im Regenwaldterrarium Pflicht, damit sich Pflanzen und Tiere so wohl wir in ihrer eigentlichen Heimat, dem Regenwald, fühlen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit sind nicht alle Terrarienarten gleichermaßen für die Konstruktion geeignet. So eignen sich Holzterrarium, obwohl sie optisch sehr ansprechend sind, leider nicht für den Bau eines Regenwaldterrariums, da sie aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mit der Zeit schimmeln würden. Doch auch in einem Glasterrarium ist eine gute Luftzirkulation das A und O um Schimmelbildung vorzubeugen. Die Luftfeuchtigkeit liegt in einem Regenwaldterrarium zwischen 70 und 80 Prozent. Die Temperatur befindet sich am Tag bei 25 bis 32 Grad und sinkt in der Nacht auf 18 bis 20 Grad. Die genaue Luftfeuchtigkeit sowie die Temperatur richten sich jedoch stets nach den Bewohnern des Regenwaldterrariums und deren speziellen Bedürfnissen.

Die Technik eines Tropenterrariums ist meist weniger aufwendig, als die eines Wüstenterrariums, dennoch gibt es auch hier einiges zu beachten, wie der Ratgeberbeitrag „Tropenterrarium – Naturerlebnis für daheim“ aufzeigt. Ihm ist unter anderem zu entnehmen, dass eine spezielle Heizmatte beziehungsweise ein Heizkabel nötig ist, um die Temperatur im Regenwaldterrarium aufrecht zu erhalten. In den meisten Fällen findet die Heizung unter dem Regenwaldterrarium Platz. Damit die Temperatur stets konstant bleibt, ist der Einbau eines Reglers ratsam. Die Beleuchtung sollte dem Sonnenlicht ähneln und ausreichend hell sein.

Das Wichtigste bei einem Regenwaldterrarium ist jedoch die tägliche Bewässerung, schließlich verdankt auch der echte Regenwald seinen Namen den täglichen Niederschlägen. Dafür sollte kalkarmes Wasser, welches durch einen Kohlefilter gelaufen ist, benutzt werden. Die Bewässerung kann entweder manuell oder automatisch vorgenommen werden. Zur manuellen Beregnung eignet sich zum Beispiel eine Handpumpflasche. Da das Regenwaldterrarium jedoch mehrfach am Tag beregnet werden muss, ist die automatische Beregnung, mittels einer Beregnungsanlage, zeit- und nervenschonender. Optische Eindrücke, wie so ein fertiges Regenwaldterrarium aussehen kann, finden sich im Blog von Martin Flach.

Das Riparium – ein Uferterrarium für Amphibien

Diese Sonderform des Aquaterrariums zeichnet sich dadurch aus, dass sie zum größten Teil aus Wasser besteht, jedoch auch über eine kleine Uferlandschaft verfügt. Da der Anteil der Landfläche sehr gering ist, eignet sich das Riparium nicht sonderlich gut für die Haltung von Reptilien. Amphibien hingegen fühlen sich in diesem Habitat meist sehr wohl.

Das Rivarium – eine Terrarium inklusive Bachlauf

Unter dem Begriff Rivarium wird ein Terrarium verstanden, in welchem ein kleiner Bachlauf angelegt wird. Bepflanzte Rückenwände und Seitenwände werten das Innenleben des Terrariums dabei optisch auf. Der Wasserlauf wird über eine Aquarienpumpe betrieben. Auch die Konstruktion eines kleinen Wasserfalls ist möglich und zudem ein echter Hingucker. Ein Rivarium eignet sich beispielsweise für verschiedene Froscharten und andere Amphibien.

Wie aufgezeigt wurde, gibt es vielfältige Möglichkeiten eine Kombination aus Terrarium und Aquarium zu schaffen. Zum einen kann es sich dabei um ein Wald- oder Regenwaldterrarium, was gegenüber dem Wüstenterrarium vor allem durch seine hohe Luftfeuchtigkeit und seine üppige Bepflanzung ins Auge sticht, handeln. Zum anderen ist auch ein größerer Wasseranteil im Terrarium möglich. So zum Beispiel beim Paludarium, welches eine Sumpflandschaft nachstellt oder dem Rivarium, welches über einen Bachlauf verfügt. Der größte Wasseranteil befindet sich wohl im Riparium, da sich dessen Ladefläche nur auf einen kleinen Uferbereich beschränkt. Alle Mischformen zwischen Terrarium und Aquarium ist gemein, dass für die Konstruktion und vor allem die Pflege einiges an Vorwissen nötig ist. Wer also weder im Bereich der Terraristik noch in der Aquaristik Erfahrung hat, sollte sich erst einmal mit einfacheren Projekten beschäftigen, bevor er sich an diese Herausforderung wagt.

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